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CHARAKTERISIERUNG DER PFARREI
 

St. Philippus ist eine junge Pfarrei. Infolge der starken Bautätigkeit im jetzigen Pfarrgebiet wurde Herr Kaplan Eduard Stadler 1969 mit dem Aufbau einer neuen Seelsorgestelle beauftragt. Von 1970 bis 1982 stand auf dem Viebigplatz die Notkirche, in der sich das gesamte Leben der sehr motivierten neuen Gemeinde abspielte. Am Kirchweihfest 1982 wurde die neue Pfarrkirche St. Philippus konsekriert und zugleich das großzügige Pfarrzentrum, die schöne Kindertagesstätte und das mit dem Bau verbundene Caritaszentrum des Dekanates Laim eingeweiht. Die Kuratie wurde zur Pfarrei erhoben.

Am 8.9.1984 verunglückte Pfarrer Stadler tödlich. Ihm folgten als Pfarrer Gerson Weißkopf (bis 1996) und Ernst Friedrich (bis 2003) und nach einer Übergangsphase im Jahr 2005 Pfarrer Patrick Koffi nach.



Von 1972 bis zu seinem Tod 1998 lebte und wirkte Prof. Heinrich Fries in St. Philippus.

Die Pfarrei zählt zur Zeit 3646 Katholiken. Die Katholikenzahl ist seit Jahren, wie in den anderen Münchener Innenstadtpfarreien, leicht rückläufig. Die Bevölkerungsstruktur ist gemischt. Neben einem durchschnittlichen Anteil von Kindern und jungen Familien wohnen hier auch viele ältere und alleinstehende Leute. Die Bevölkerung gehört vorwiegend der gehobenen Mittelschicht an. Soziale Problemfelder gibt es kaum.

Im Pfarrgebiet liegen die Grundschule an der Droste-Hülshoff-Straße, die Georg-Büchner-Realschule und mehrere Kindergärten, deren Sprengel sich weitgehend mit dem Pfarrgebiet decken. Außerdem sind der Pfarrei das Ludwigsgymnasium (humanistisch, neusprachlich), das Erasmus-Grasser-Gymnasium (naturwissenschaftlich) und das Tagesheim des Studienseminars Albertinum eng verbunden.

In der Seelsorge arbeitet bis August 2011 Pfarradministrator P. Patrick Koffi und ab September 2011 kommen im Zuge der Pfarrverbandgründung:

Herr Pfarrer Bernhard Bienlein als Hauptansprechpartner in der Seelsorge und Pastoralassistentin Maria Neugirg

Mittelpunkt unseres Pfarrzentrums mit Kindertagesstätte und Caritaszentrum an der äußeren Westendstraße ist die Kirche, die in den zurückliegenden Jahren dank der Spendenbereitschaft der Gemeindemitglieder mit sakraler Kunst und einer 30-Register-Orgel weiter ausgestattet werden konnte. Haus Gottes als sichtbares Zeichen lebendiger Gemeinde soll unsere Kirche sein. Das in den Grundstein eingemeißelte Schriftwort „Kommet her zu mir alle, aufatmen sollt ihr und frei sein“ soll durch eine entsprechende Gestaltung von Liturgie und Verkündigung in den Gottesdiensten erfahrbar werden. Besonders gut besucht sind beispielsweise auch Familien- und Themengottesdienste, die unter seelsorgerischer Begleitung von verschiedenen Gruppen vorbereitet und getragen werden.

Ein besonderes Kennzeichen unserer Pfarrei ist die engagierte und selbstbewusste Mitarbeit der Laien, die sich in zahlreichen Gruppen und Kreisen lebendig äußert. Mit ein Grund hierfür liegt sicherlich darin, dass die Gründungsväter und –mütter der Pfarrei ihre vom 2. Vatikanischen Konzil getragene Aufbruchstimmung, unterstützt von aufgeschlossenen Pfarrern, in St. Philippus leben und an ihre Kinder weitergeben konnten. So ist es für diese zweite Generation zwischenzeitlich selbstverständlich, wichtige Entscheidungen im geschwisterlichen Miteinander vorzubereiten und offen zu diskutieren. Rang oder Amt haben hierbei keine besondere Bedeutung. Wichtig ist gegenseitige Achtung und die Bereitschaft, andere Meinungen unvoreingenommen zu prüfen und gelten zu lassen. Auf diese Wese faire und transparent getroffene Entscheidungen werden allseits mitgetragen.

Die kurze Geschichte der Stadtpfarrei bedingt auch, dass keine langen Traditionen und gewachsenen Strukturen wie in alten Landpfarreien bestehen. So gibt es keine für das Leben der Gemeinde bedeutenden Vereine und Organisationen (z.B. Sport, Brauchtum, Kolping, Feuerwehr) oder Veranstaltungen (Wallfahrten, Prozessionen). Hier dominieren die gesellschaftlichen Angebote der Landeshauptstadt zu Kunst und Kultur (z.B. Theater, VHS, Ausstellungen). Insofern bestehen aber noch Möglichkeiten, das großstädtische Angebot durch lokale, speziell auf die Bedürfnisse der Gemeinde abgestimmte Angebote zu ergänzen. Zu nennen ist hier die Aktion Projektpartnerschaft des PGR, die mit Sommerfesten für Familien und Wohltätigkeitsbällen seit sieben Jahren ein Kinderdorf in Brasilien unterstützt. Der großen Bereitschaft zu sozialem Engagement, sei es durch Geldzuwendungen oder Zeit-Spenden in der Mitarbeit für das Projekt, wird hier ein konkretes Angebot vor Ort gemacht, das auch der Kirche Fernstehende gerne nutzen.

Besonderer Erwähnung bedarf auch, dass St. Philippus in der glücklichen Lage ist, über insgesamt zwei Kirchenmusikerinnen zu verfügen und mit Kinder-, Jugend- und Erwachsenenchor ein reiches kirchenmusikalisches Programm anbieten zu können.

St. Philippus ist nicht nur auf die Katholiken oder die i. Ü. rückläufige Zahl der sonntäglichen Gottesdienstbesucher ausgerichtet, sondern ist offen für alle Einwohner der Gemeinde und darüber hinaus. So genießen in unserer Krypta evangelische Mitchristen ebenso Gastrecht für die Feier von Gottesdiensten, wie regelmäßig vietnamesische Christen aus München in unserem Pfarrzentrum willkommen sind. Im PGR, Sachausschüssen etc. arbeiten Ehrenamtliche, die nicht oder nicht mehr dem Sprengel angehören, in St. Philippus aber ihre Heimat gefunden haben.

Für das Streben der Pfarrei, sich nicht nur für die ganze Gesellschaft zu öffnen, sondern sich in sie hineinzubewegen, sind sowohl die offene und einladende Architektur des Pfarrzentrums als auch die Öffnung aller Gruppen, Kreise, des Kindergartens und Horts und der Gottesdienste für jeden Menschen ohne Ansehen von Religion, Geschlecht etc. beredtes Zeichen. Erfreulich ist zudem die Arbeit der „Manna“-Gruppe der Caritas, die auf unserem Pfarrhof Lebensmittel der Münchner Tafel an Bedürftige verteilt.

Der Pfarrgemeinderat von St. Philippus


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